Jeder 9. Jahrgang der Albinus Gemeinschaftsschule erbringt eine Leistung in Form einer Projektarbeit. Dabei wird in Teams gearbeitet, jedoch werden die Leistungen jedes Schülers einzeln bewertet. Die Projektarbeit ist sehr umfassend, es wird eine Recherche dabei vorausgesetzt. Zudem muss eine gut strukturierte Projektmappe abgegeben und eine Präsentation gehalten werden. Zu einem allgemein gehaltenen Thema müssen die Schüler sich dann ein eigenes spezifisches Thema aussuchen.

Das Gesamt-Thema der Projektprüfung dieses Jahr war „Vom Feuer bis zum Nano-Chip“. Lenie-Marie Rott und Jan-Mathis Junge haben sich für das Thema „Atomkraft, Chancen und Risiken“ entschieden und sich damit für mehrere Monate auseinandergesetzt. Wir haben die beiden interviewt, um noch mehr über die beiden und ihr Thema zu erfahren.

Jede Projektgruppe stellt sich vor Beginn ihrer Arbeit eine „Forscherfrage“, die es dann zu beantworten gilt. Bei Lenie-Marie und Jan-Mathis lautete sie: „Warum schaffen wir noch jahrzehntelanger Forschung die Kernenergie in Deutschland ab?“

Bei der Themenwahl haben sie anfangs ziemlich lange überlegt und sind dann zu dem Entschluss gekommen, dass sie sich während ihrer Projektprüfung mit dem Thema Atomkraft auseinandersetzen wollen, da es ein aktuelles Thema ist. Sie wollten genauer erfahren, wie die Atomkraft funktioniert und genutzt wird:

Wir hatten vorher schon viel zu dem Thema gehört und waren auch daran interessiert“, berichteten die beiden. Und Lenie ergänzte: „Ich wollte gerne erfahren, wie ein Atomkraftwerk aufgebaut ist, wie die Energie entsteht und welche Techniken angewandt werden.“

Arbeitsorganisation

Da die beiden Neuntklässler als Zweier-Team arbeiten wollten, mussten sie sich zunächst darüber Gedanken machen, wie sie die Arbeit aufteilen – und was sie überhaupt alles recherchieren müssen. Bei ihren ersten Treffen haben sie gebrainstormt und sich ein paar Themen überlegt. Lenie-Marie übernahm dann zum Beispiel den Teil der Nuklear-Medizin und Jan-Mathis das Thema Atomkraftwerke.

Der Zeitplan

Die beiden haben am Anfang von ihrer Lehrkraft einen groben Zeitplan erhalten, wann die Prüfung und Abgabe der Mappe stattfindet. Anfangs haben Lenie und Jan-Mathis die Prüfungsvorbereitung unterschätzt und es „auf die leichte Schulter genommen“. Sie wussten, dass es eine Menge Arbeit in Anspruch nimmt, doch sie hätten nicht damit gerechnet, dass so viel Zeit notwendig ist. Zum Ende hin waren sie sehr gestresst und unter Druck gesetzt, doch schließlich ist alles gut verlaufen.

So sagte Jan-Mathis: „Beim nächsten Mal müssen wir mit unseren Vorbereitungen auf eine Prüfungen früher beginnen.“ Und Lenie meinte: „Beim nächsten Mal müssten wir das Zeitmanagement besser planen.“

Unterstützung

Die beiden waren jedoch auch nicht allein mit ihrer Aufgabe: „Wir haben uns gegenseitig viel geholfen. Zudem haben wir uns an unsere Verwandtschaft und an unseren Mentor gewandt. Unser Mentor Herr kleine Kamphake hat uns Tipps gegeben und uns bei unserer Themenwahl unterstützt.“, berichteten Lenie und Jan-Mathis

Die Projekt-Präsentation

Bei der Projektpräsentation trägt man seinen Mentoren die Ergebnisse der Recherche vor. Die Prüfung dauert etwa 15-20 Minuten. Meistens wird eine Power-Point Präsentation über die Inhalte gehalten. Ziel ist es, selbstständig zu arbeiten und frei zu sprechen, und die Art der Präsentation geht mit in die Note ein.

Bei Lenies und Jan-Mathis Präsentation gab es zunächst ein kleines Problem: Anfangs hat der USB-Stick, auf dem sie die Präsentation gespeichert hatten, nicht reagiert, doch zum Glück hatten sie die Datei noch einmal online gespeichert.

Die beiden hatten ihre Power-Point-Folien sehr übersichtlich und mit passenden grafischen Elementen gestaltet. Anhand dieser Präsentation erklärten sie was Radioaktivität ist und wie sie erforscht wurde, wie ein Kernkraftwerk funktioniert und welche Anwendungsmöglichkeiten es in der Medizin gibt.

Als problematische Aspekte der Radioaktivität erwähnten sie die militärische Verwendung, aber auch die Gefahren, die es bei der zivilen Nutzung gibt. So erklärten sie, wie es in den Atomkraftwerken von Tschernobyl und Fukushima zu großen Störfällen kommen konnte.

Auch einen praktischen Teil hatten die beiden vorbereitet – ebenfalls eine der Aufgaben, die die Schüler in ihrem Projekt umsetzen sollen:

Aus Lego hatten die beiden hatten ein ziemlich großes Model eines Atomkraftwerks gebaut und dieses auch in der Schule vorgeführt. Lenie-Marie und Jan-Mathis haben zudem direkt im Klassenraum mit einem Strahlenmesser gezeigt, wieviel radioaktive Strahlung derzeit noch in der Luft liegt. Es ist ein kleiner Handy-Anstecker, der mit einer App funktioniert.

Die Projektmappe

Um auch im Nachhinein einen Überblick zu behalten, gestalten die Schüler eine Projektmappe. Jan-Mathis und Lenie haben ihre Mappe sogar professionell binden lassen. Jan-Mathis erklärte uns noch ein besonderes Element ihrer Mappe: „Wir haben unter anderem einen QR-Code eingefügt, mit dem unser Video über den Castor Transport direkt auf dem Smartphone aufgerufen werden kann.“

Rückblick auf die eigene Projektprüfung

Wir haben sie gefragt, was Ihnen besonders viel Spaß gemacht hat, dabei nannten sie das Bauen ihres LEGO Modells: „Es war eine kreative und untypische Idee, die andere nicht unbedingt hatten. Wir haben uns einfach hingesetzt, Musik gehört und gebaut. Dies hat sehr viel Spaß gemacht.“

Im Rückblick auf die Prüfung sagte Jan-Mathis: „Erst waren wir ein wenig nervös und unsicher, doch im Nachhinein ist uns bewusst geworden, dass eine gute Vorbereitung wichtig ist und man es nicht unterschätzen sollte.“ Beide waren sehr zufrieden mit Ihrer Arbeit und hätten sich auch selbst dafür eine gute Note gegeben!

Am Ende haben wir die beiden gefragt, wie sie nun nach ihrer Recherche die Chancen und Risiken der Kernkraft selber einschätzen. Hier überwog bei ihnen der Eindruck der Gefahren durch die Technologie: „Wir meinen, sie sollte komplett abgeschafft werden, obwohl es eine saubere Energiequelle ist. Die Nuklearkatastrophen haben uns gezeigt, wie gefährlich es sein kann, wenn man es nicht ausreichend erforscht und dadurch nicht sicher nutzen kann."

Die Fragen stellten Emily Gerstenkorn und Henrik Zell

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