Jana Koch ist ein Neuzugang im Kollegium der Albinus-Gemeinschaftschule. Ihr Ziel, als Lehrerin zu arbeiten, hat sie immer vor Augen behalten und war erfolgreich. Dieses Interview zeigt ihren Weg durch das Referendariat sowie ihre ersten Eindrücke der AGL.

 

Wie gefällt es Ihnen an der Albinus-Gemeinschaftsschule?

Mir gefällt es gut, deshalb habe ich auch entschieden, nach meinem Referendariat an der Schule zu bleiben.

 

Und wie würden Sie die Schule beschreiben?

Räumlich gesehen war ich von der AGL am Anfang (und manchmal bin ich es immer noch) etwas überfordert. All die vielen Gebäude, Gänge, Räume, Treppen, Schulhöfe ... es gibt sogar zwei Foren! Auf den ersten Blick schien mir das Gelände überhaupt nicht übersichtlich. Manchmal muss ich heute noch überlegen, welcher Schulhof durch welche Tür zu erreichen ist. 

 

Was macht die AGL besonders aus?

Mir hat immer geholfen, dass doch immer jemand da war, der ein bisschen mehr wusste als man selbst und zur Hilfe bereit war. Das halte ich übrigens für sehr charakteristisch für die AGL – so vielfältig die Menschen, die sich hier begegnen, auch sind, die meisten Begegnungen sind von gegenseitiger Wertschätzung geprägt.

 

Welche Fächer haben Sie studiert? 

Ich habe Deutsch und evangelische Religion studiert. Ich habe bereits während meiner Vertretungslehrzeit vor dem Referendariat an der AGL beide Fächer unterrichten können. Jetzt – also im Anschluss an mein Referendariat – erhöht sich lediglich die Anzahl der Stunden, die ich in und vor Klassen stehe.  

 

Der Beruf des Lehrers - was bereitet Ihnen daran am meisten Freunde?

Ich schätze am Lehrerberuf besonders, dass er jeden Tag ein bisschen anders ist. In den zwei Jahren, die ich nun unterrichte, gibt es nur sehr wenige Routinen, die sich einschleichen. Außerdem bin ich gefordert, die zu vermittelnden Inhalte und Fähigkeiten immer wieder neu an die Klassen anzupassen, in denen ich gerade unterrichte.

 

Es gibt doch sicherlich etwas, das für Sie als Lehrerin manchmal doch nervig sein kann. Können Sie mir Ihre Nummer eins dieser Dinge nennen?

Ich würde behaupten, dass mein Geduldsfaden relativ lang ist. Natürlich gibt es dennoch einige Dinge, die mich stören.

Am meisten nervt es mich, wenn Schülerinnen oder Schüler unvorbereitet in meinen Unterricht kommen, sodass eine Stunde scheitert, obwohl ich viel Zeit in die Planung investiert habe. Unvorbereitet bedeutet z.B., dass viele Schülerinnen und Schüler ihre Arbeitsmaterialien für die Stunde nicht dabei haben oder Hausaufgaben vergessen wurden. Das ist dann für beide Seiten nervig: Für mich, weil ich Zeit in die Vorbereitung investiert habe und für die Klasse, weil sie eine gute Stunde „verpassen“.

 

Stand es für Sie schon von Anfang an fest, in das Lehramt einzusteigen?

Überhaupt nicht.

 

Welche anderen Vorstellungen hatten Sie denn?

Während meiner Schulzeit hatte ich verschiedenste Vorstellungen: In der fünften Klasse wollte ich Tierärztin werden, im Laufe meiner Schulzeit hat sich der Wunsch etwas verändert, sodass ich zunächst eher an Psychologie interessiert war und schließlich mit der Überlegung gespielt habe, Medizin zu studieren.

Als ich mein Abiturzeugnis in den Händen hielt, war für mich erst einmal klar, dass ich so schnell keine Schule mehr von innen sehen wollte. Der Gedanke doch wieder zurückzukehren hat sich erst mit ein wenig Abstand entwickelt, hat sich aber aus heutiger Perspektive als absolut richtig herausgestellt. 

 

Was bedeutet es, Referendarin zu sein?

In erster Linie bedeutet es zu lernen.

 

Und wie sieht das praktische Arbeiten aus?

In meinem eigenen Unterricht habe ich nach und nach gelernt, meinen Unterricht zu verbessern, und wer ich selbst als Lehrerin sein möchte. Dazu wurde ich von Frau Lehmann und Frau Brügmann jede Woche in einigen Unterrichtsstunden begleitet und wir haben im Anschluss über meine Stunde gesprochen. Es geht dann viel darum zu überlegen, was gut geklappt hat, welche Aspekte schwieriger waren und wie möglicherweise bessere Alternativen hätten aussehen können.

Außerdem konnte ich andere Lehrkräfte in ihren Unterricht begleiten und mir den einen oder anderen „Trick“ abschauen, den ich dann wiederum in meinem Unterricht zu integrieren versucht habe.

 

Gibt es einen Austausch verschiedener Referendarinnen und Referendare untereinander?

Ja, ich war selbst an jedem Mittwoch sozusagen „in der Schule“ und habe mit anderen Referendaren aus ganz Schleswig-Holstein gelernt, wie guter Unterricht aussehen sollte. Dazu haben wir immer gemeinsam eine Unterrichtsstunde eines Referendars oder einer Referendarin angeschaut und im Nachhinein darüber gesprochen.

Insgesamt halte ich den Austausch unter Gleichgesinnten für sehr wertvoll – das gilt gleichermaßen für Referendare wie für Schülerinnen und Schüler.

 

Müssen Sie noch besonders Prüfungen ablegen?

Meine Prüfung habe ich bereits im Dezember abgelegt. Ab dem 1.2. unterrichte ich nun als fertig ausgebildete Lehrerin.

Die Fragen stellte Thalia v. Wilcke

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