Geschichte hautnah

Der 10. Jahrgang machte sich am 1. Februar geschlossen auf den Weg nach Neuengamme, um dort die Gedenkstätte des Konzentrationslagers zu besichtigen.

Ein wenig mulmig war Einzelnen, bevor sie das Areal betraten. Es ging darum, einen hautnahen Einblick in diesen Teil der deutschen Geschichte zu erhalten. Kalt wehte der leichte Wind uns entgegen, als wir über das Gelände schritten. Bei minus zwei Grad wärmte die dicke Jacke zwar zunächst, aber die Vorstellung, dass die Inhaftierten bei ähnlichen Temperaturen nur im dünnen Anzug bekleidet stundenlang auf dem Appellplatz verharren mussten, sorgte für eine innerliche Kälte.

Über den Appellplatz ging es zu weiteren zentralen Plätzen, die uns unser Guide ausführlich erklärte. Im Anschluss suchten wir die Ausstellung auf, wo jeder den Auftrag hatte, sich die Geschichte von einem damaligen Gefangenen anzusehen und dabei einige Fragen zu beantworten. Durch diese Aufgabe und die anschließende Besprechung wurde die Willkür der vergangenen Zeit deutlich.

Die Ausstellung war in einzelne Themenbereiche geteilt, sodass man auswählen konnte, ob man sich näher mit der Situation der Frauen, den auftretenden Krankheiten oder dem vorsichtigen Widerstand beschäftigen wollte.

Diverse Stücke der Ausstellung, wie beispielsweise die Kleidung oder ein Hochbett verdeutlichten uns, unter welchen Bedingungen das „Leben“ geführt worden war. Ein Modell der Gefangenenbaracke zeigte uns, welch ein Privileg es sein kann, das „stille Örtchen“ für sich alleine zu haben.

Interessiert, aber auch deutlich bedrückt von den Bildern, Gegenständen und Videos, setzten wir unsere Führung über das Gelände fort. Vielfältige Fragen traten auf, die unser Guide so beantwortete, dass man ihm gespannt zuhörte.

Dieser Ausflug mit den Momenten des Erinnerns war hilfreich, um die Ereignisse begreifbar zu machen. Sichtlich beeindruckt, tief berührt und zum Teil fassungslos verließen wir nach vier Stunden diesen Ort des Gedenkens.

Klarheit herrscht nun darüber, dass unsere politische Stimme in Zukunft von zentraler Bedeutung ist.

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