Hat nicht jeder schon mal davon geträumt, wie das Leben in Amerika, also in einem anderen Land aussieht? Genau diese Erfahrungen konnte Anna Pauline Lüth aus der 12. Klasse sammeln: Sie war für 10 Monate in den USA zuhause und erlebte ein unvergessliches Abenteuer.

An welchem Ort in den USA hast du dein Austauschjahr verbracht?

Meine Reise voller Abenteuer begann in Collinsville, einer Stadt in Oklahoma. Diese Stadt konnte ich für 10 Monate mein Zuhause nennen. Durch die vielen tollen Leute dort bekam ich das Gefühl, da hinzugehören, und somit gelang es ihnen, mir eine zweite Heimat zu schaffen. Es war eine Reise, in der ich viele neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln konnte.

Wie hast du die richtige Austauschorganisation gefunden?

Die richtige Organisation zu finden kann sehr schwer sein, weil es viele zur Auswahl gibt und jede Organisation sich auf einen anderen Schwerpunkt spezialisiert. Für mich jedoch war schon von Anfang an klar, dass ich mich für das Parlamentarische Patenschaftsprogramm bewerben möchte. Dieses Programm geht vom Bundestag aus. Die Abgeordneten wählen unter vielen Bewerbern die geeignetsten raus. Ich musste durch viele Auswahlverfahren durch und gelangte am Ende an mein Ziel. Mein Pate war Konstantin von Notz, welcher die Grünen vertritt.

Konntest du im Alltag und in der High-School viele Unterschiede zu dem Alltag in Deutschland erkennen? Welche von diesen Unterschieden sind dir besonders aufgefallen?

Es gab viele Unterschiede. Das gesamte Leben dort in Amerika war komplett anders. An meinem ersten High-School-Tag bekam ich schon gleich den Teamspirit zu spüren und die große Liebe zum Football, die eigentlich alle an der Schule teilen. Die Footballspiele waren unglaublich ,,just like the movies“.

Viele Menschen in Oklahoma sind religiös und somit bin ich jeden Sonntag mit meiner Gastfamilie in die Kirche gegangen. Die Kirchen sind für die meisten Menschen ein Ort, an dem sie sich mit Freunden treffen können. Allgemein habe ich viele Menschen kennen gelernt, weil sie mir sehr offen begegneten.

In Amerika ist ebenfalls die Vielfalt an Sportarten sehr groß. An meiner Schule wurden einige davon angeboten, wie Track and Field (Leichtathletik), Tennis, Basketball und einiges mehr.

Gab es an der Schule AGs, an denen du teilgenommen hast?

Ich war an vielen Schulveranstaltungen dabei und habe versucht, bei möglichst vielen sogar mit zu wirken. Zum Beispiel habe ich in dem School-Choir meiner Schule mitgesungen. Doch ich habe auch einige andere Aktivitäten mitgemacht, wie Tennis und Track and Field. Mit Track and Field war ich besonders viel beschäftigt, weil mein Team sich an vielen Wettkämpfen beteiligt hat.

Wie sah die Gestaltung deiner Ferien aus? Bist du mit deiner Gastfamilie gereist?

Meine Gastfamilie hat mir wunderschöne Orte der USA gezeigt. Ein paar Mal haben wir Verwandte in anderen Städten besucht, wie Colorado. Dort haben wir dann auch eine Woche Urlaub gemacht.

Der Start von unserem größten Trip war eine 21-stündige Fahrt nach Miami, bei der wir durch die unterschiedlichsten Staaten Amerikas gefahren sind, die bekanntesten waren Mississippi, Georgia und Florida. In Amerika ist es übrigens nicht unüblich, so weite Strecken im Auto zurück zu legen. In Miami startete unsere ,,Cruise“ und wir stoppten z.B. auf den Cayman Islands, in Honduras und Cozumel-Mexico. Es war ein unglaubliches Erlebnis und ich bin meiner Gastfamilie so dankbar, dass sie mir diese Reise ermöglicht hat.

Konntest du neue Traditionen kennen lernen?

Ja, das konnte ich. In der Weihnachtszeit war es ein schönes Miteinander und voll mit Terminen. Ich war schon besonders früh in Weihnachtsstimmung, weil meine Gastmutter schon Anfang November den Weihnachtsbaum aufgestellt hat. Wir feierten Thanksgiving und hatten eine schöne Zeit mit der ganzen Familie. Am 25.12 öffneten wir unsere Socken am Kamin, als amerikanische Tradition. Das Fest war geprägt von Musik, Geschenken und Zeit mit der Familie.

 

Hast du dich mit deiner Gastfamilie gut verstanden? Wie war euer Verhältnis?

Ich wurde von meiner Gastfamilie sofort als ein Familienmitglied aufgenommen und überall eingebunden, dadurch lernte ich jeden aus der Familie sehr gut kennen. Ich fühlte mich ab der ersten Sekunde an geborgen. Meine Gastfamilie und die Freunde, welche ich in Amerika kennen gelernt habe, haben es geschafft, mir ein zweites Zuhause zu geben.

Was hast du aus deinem Auslandsjahr gelernt?

Ich kann es nicht in Worte fassen, wie aufregend diese 10 Monate für mich waren. Ich lernte viele neue Menschen kennen, übte es, mit Situationen umzugehen und habe mich selbst besser kennengelernt. Das PPP-Stipendium hat mir die Möglichkeit gegeben, einen komplett neuen Blickwinkel auf ein Land zu bekommen, von dem ich glaubte, schon viel aus den Medien zu wissen. Durch diese Chance konnte ich die amerikanische Kultur nicht nur beobachten, sondern auch aktiv miterleben und Menschen treffen, denen ich sonst wahrscheinlich nie begegnet wäre.

Wie hast du dich am Ende deiner 10 Auslandsmonate gefühlt?

Es war sehr schwer, sich von allen zu verabschieden, sogar die Lehrer sind mir ans Herz gewachsen. Ein wunderbarer Abschluss für mich war die Abschlussfeier an meiner High-School, an der ich ebenfalls ein Teil der Abschlussklasse 2019 sein durfte. Dieses Gefühl war einfach unvorstellbar und einzigartig. All diese Momente werde ich niemals in meinem Leben vergessen. Es gab viele Tränen bei den Verabschiedungen, doch ich verließ Oklahoma mit einem lachenden und weinenden Auge.

Das Interview führte Thalia von Wilcke

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